Der dialektsprechende Oberbayer sagt für gewöhnlich „Feierwehr“ statt „Feuerwehr“. Mit einem Blick auf das Jahr 2021 wäre dieser Begriff – ungeachtet der Aussprache – durchaus für die Köschinger Wehr zutreffend. Begeht sie doch in diesem Jahr ihr 150-jähriges Gründungsfest. Im Rahmen eines Festwochenendes und einer Reihe kleinerer Veranstaltungen wollen die Floriansjünger ihrer Vorfahren gedenken und abseits des Einsatzalltags gemeinsam mit der Bevölkerung feiern.

Rund um die Uhr einsatzbereit sind die 112 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Kösching. Zur Bewältigung umfangreicher Aufgaben können sie auf modernste Technik - wie etwa das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug - zurückgreifen.

 

Apropos „Einsätze“: Mehr denn je wird die Feuerwehr Kösching gebraucht! So wurde die Hilfe der ehrenamtlichen Brandschützer im Jahr 2019 stolze 125 Mal in Anspruch genommen. Die Bandbreite reichte dabei von der Befreiung eingeklemmter Personen nach Verkehrsunfällen über die Hilfeleistung bei der Schneekatastrophe im Landkreis Traunstein bis hin zu stundenlangen Löscharbeiten bei Anlagenbränden. Dass alle anstehenden Herausforderungen stets gut bewältigt wurden, liegt zum einem an einem modernen Fuhrpark mit sieben Fahrzeugen aber noch vielmehr an einer hochmotivierten und starken Mannschaft. „Wir sind ein eingespieltes Team. Bei uns kann sich jeder auf den anderen verlassen.“, bringt es Kommandant Jürgen Meier auf den Punkt.

Dieser Zusammenhalt ist es auch, was die Feuerwehr Kösching ausmacht. Entgegen dem bayernweiten Trend stieg die Mitgliederzahl bei der Stützpunktwehr in den letzten Jahren kontinuierlich an. So gehören der Einsatzabteilung derzeit 91 Männer und Frauen an. Hinzu kommen noch 21 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr. Dass sich daraus die „112“, also die Rufnummer der Feuerwehr ergibt, sieht Meier als positives Zeichen für die Zukunft.
Das Rückgrat im Hintergrund bilden 201 Passive, 278 Fördermitglieder sowie 29 Ehrenmitglieder. „Unter unserem Dach sind viele Generationen vertreten.“, freut sich Vereinsvorsitzender Christian Wittmann. So ist das älteste Mitglied 91 Jahre alt, während das Jüngste erst vor wenigen Monaten zur Welt kam.

Bei durchschnittlich 140 Einsätzen pro Jahr ist ein intaktes Vereinsleben enorm wichtig. Bei der Köschinger Wehr werden Kameradschaft und Zusammenhalt tagtäglich gelebt.

 

Mit viel Kameradschaft, Optimismus, Traditionsbewusstsein und Vorfreude starten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kösching nun in ihr Jubeljahr. So mancher zählt jetzt schon die Tage bis zum dreitägigen Festwochenende und dem Zeitpunkt wenn aus der „Feuerwehr“ eine „Feierwehr“ wird.