Übungen gehören zum Feuerwehralltag dazu – daran hat sich seit der Gründung der Köschinger Wehr nichts geändert. Jedoch gab es Fälle, in denen sie aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt wurden – wie etwa am 11. September 1932, als „nur“ 88 Mann zur anberaumten Abschlussübung angetreten waren. Sie haben richtig gelesen: Nach Ansicht des damaligen Vorstands Albert Sailer reichten die 19 Dienstgrade, 3 Signalisten und 66 Feuerwehrmänner nicht aus. Was heute für Verwunderung sorgt, war damals absolut nachvollziehbar, da für gewöhnlich über 100 Kräfte zur Stelle waren und die Löscharbeiten einen großen „Verschleiß“ der Helfer mit sich zogen.

Neben diesem Vorfall gibt es noch viele weitere Anekdoten aus 150 Jahren Köschinger Feuerwehrhistorie. Sie reichen von kuriosen Begebenheiten über dramatische Schicksalsschläge bis hin zu freudigen Momenten. Trotz diesem großen Facettenreichtum spiegelt jede dieser Geschichten den Stolz und den Enthusiasmus der ehrenamtlichen Brandschützer wider.

Die Vorgänger des künftigen Festbuches: Bereits zum 100-jährigen Gründungsfest 1971, der Fahnenweihe 1967 und dem 125-jährigen Gründungsfest 1996 wurden Festschriften herausgegeben. Alle drei eint dabei eine Tatsache: Auf jedem Titelcover ist ein Motiv der Vereinsfahne abgebildet.

 

Was es bedeutet, einer so traditionsreichen und starken Organisation anzugehören, will die Köschinger Wehr mit einem ganz besonderen Buch erlebbar machen. So arbeitet ein kleines Team derzeit an einem Bildband, der im Jubiläumsjahr 2021 erscheinen soll. Neben vielen spannenden Ereignissen aus der Vergangenheit werden sich auch zahlreiche Informationen über die Mannschaft und die aktuelle Technik darin finden. „Es soll keine typische Festschrift entstehen, sondern ein Werk, das man auch nach unserem Jubiläum immer wieder gerne zur Hand nimmt.“, wie Kathrin Zimmermann als eine der Autorinnen erzählt.

Mit ihrem Festbuch wollen die Redakteure somit ein Nachschlagewerk für alle Köschinger Feuerwehrgenerationen und die gesamte Bevölkerung schaffen. Ebenso für alle „Auswärtigen“, die sich an alten Geschichten erfreuen können – wie etwa jene der abgesagten Abschlussübung vor 88 Jahren.