"Ihr hattet echt so viele Einsätze? Ich hab´ doch nie eine Sirene gehört!" Viele Köschinger sehen uns verdutzt an, wenn sie erfahren, dass wir rund ein bis zwei mal pro Woche im Einsatz sind.
Wenn auch Sie sich fragen, wie wir alarmiert werden oder wie wir am Schadensort kommunizieren, dann sind Sie hier genau richtig!

 

"Wenn´s pfeift..."

In vielen Orten ist sie noch regelmäßig zu hören: Die Sirene auf dem Dach des Feuerwehrhauses. Vor allem kleinere Wehren schwören immer noch auf diese Variante der Alarmierung. In Kösching wird die Sirene nur noch im Katastrophenfall ausgelöst!


Seit immerhin 30 Jahren setzen wir auf die sogenannte "Stille Alarmierung". "Still" deswegen, weil nur noch die betreffenden Einsatzkräfte mitbekommen, wenn die Feuerwehr gerufen wird. Denn jeder aktive Feuerwehrler in Kösching hat einen eigenen "Funkmeldeempfänger". Diese Bezeichnung wird von uns jedoch sehr selten verwendet. In der "Feuerwehrsprache" hört man nur vom "Piepser".

Bei einem solchen "Piepser" handelt es sich um ein kleines "Kästchen", dass oftmals kleiner als ein Handy ist.

Doch, wie funktioniert ein solcher Melde- empfänger? Dieses Gerät, welches jeder Feuerwehrmann ständig bei sich hat, hört permanent den Funkkanal ab und wertet die Aussendungen der Fünftonfolge-Signale aus, die bei einer Alarmierung generiert werden.
Jede Feuerwehr hat eine oder mehrere "Schleifen" (Alarmcodes), die mit einer Fünftonfolge belegt sind. Erkennt der Piepser diesen Code - und ist dieser für eine auf dem Piepser vorhandenen Schleifen übereinstimmend, wird Alarm ausgelöst.

Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, wie denn so ein Piepser klingt haben wir Ihnen hier einen kurzen Auschnitt vorbereitet.

Bei der Feuerwehr Kösching setzen wir auf ein sogenanntes "Mehrschleifen- system". Aktuell sind bei uns drei Schleifen in Gebrauch. Die "große Schleife" ist auf allen Meldeempfängern einprogrammiert und wird bei größeren Einsätzen (Brände, Verkehrsunfälle, etc.) ausgelöst, also immer dann, wenn viel Personal benötigt wird.
Ist nur ein Löschfahrzeug oder die Drehleiter gefordert, wird die "kleine Schleife" ausgelöst. Über diese Schleife verfügen die Aktiven, die im Ort arbeiten oder im Schichtdienst beschäftigt sind - also rund die Hälfte der Mannschaft.
Desweiteren gibt es noch eine spezielle "WBK-Schleife", die immer dann aufgerufen wird, wenn die Wärmebildkamera bei einem Einsatz benötigt wird. Hier schlagen dann die Meldeempfänger von knapp 15 Feuerwehrleuen, welche über die Qualifikation zum Atemschutzgeräteträger bzw. zum Gruppenführer verfügen, Alarm.

 

"Hier Florian Kösching, kommen!"

Ein Einsatz ohne Funkgeräte? Undenkbar! Damit die Besatzungen der Fahrzeuge untereinander und natürlich mit der Leitstelle kommunizieren können, werden Funkgeräte eingesetzt. Aber auch vor Ort verständigen sich die Feuerwehrleute mit Funkgeräten.

Gefunkt wird entweder im sogenannten "4 Meter-Band" oder "2 Meter-Band". Mit den Geräten des erstgenannten Bandes wird gefunkt, wenn über große Reichweiten miteinander gesprochen wird - beispielsweise von Fahrzeug zu Fahrzeug, zu anderen Feuerwehren oder zur Leitstelle.

Vor Ort an der Schadensstelle kommen tragbare Funkgeräte im 2m-Band zum Einsatz. Die Reichweite der sogenannten "Handsprechfunkgeräte" ist geringer und beschränkt sich meist nur auf die Einsaztstelle.

Damit die "Funkerei" in keinem heillosen Durcheinander endet, gibt es bestimmte Regeln, an die sich jeder halten muss. Jedes Funkgerät verfügt über seinen eigenen Rufnamen! So ruft man sich im 4m-Bereich mit "Florian" an - zum Beispiel: "Leitstelle Ingolstadt von Florian Kösching 40/1, kommen!" Die Ziffern hinter dem Ortsnamen gibt übrigens das Fahrzeug an - in diesem Fall das Hilfeleistungslöschfahrzeug. Kommuniziert man im 2m-Band, verständigt man sich anstatt "Florian" mit "Florentine".

Neben den "herkömmlichen" Funkgeräten verfügt die Köschinger Wehr auch über sogenannte "FMS-Hörer".
Dahinter verbirgt sich das sogenannte "Funkmeldesystem", bei welchem durch Drücken einer bestimmten Ziffer eine Nachricht an die Leitstelle übermittelt wird.
Hinter jeder Zahl verbirgt sich dabei ein anderer Status. Drückt man beispielsweise die 3, so weiß der Leitstellen-Disponent, dass sich das geforderte Fahrzeug auf der Anfahrt zur Einsatzstelle befindet.

Dieses FMS-System hat den wesentlichen Vorteil, dass die Anzahl der Funkgespräche minimiert wird. Gerade bei Einsätzen mit vielen Fahrzeugen oder Feuerwehren, wird das "Netz" erheblich entlastet.

Die Tasten eines FMS-Hörers sind folgendermaßen belegt:

Status 1: "Einsatzbereit über Funk" (z.B. bei einer Bewegungsfahrt)
Status 2: "Einsatzbereit im Gerätehaus" (Fahrzeug rückt ein)
Status 3: "Einsatz übernommen" (Fahrzeug rückt aus)
Status 4: "Einsatzstelle an"
Status 5: "Sprechwunsch"
Status 6: "Fahrzeug ausser Dienst" (z.B. Kundendienst in Werkstatt)

 
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