Gefahrgut

Bei Einsätzen mit "gefährlichen Stoffen und Gütern" müssen sich die Feuerwehrleute mit Spezialkleidung besonders schützen. Die Ausrüstung für den Gefahrguteinsatz umfasst jedoch mehr! So gehören neben den Anzügen auch noch diverse Messgeräte, Pumpen oder Spezialwerkzeug zum Repertoire unserer Wehr.

 

Dekon-Platz

Kommen die Träger der Chemikalienschutzanzüge von ihrem Einsatz zurück, müssen sie zunächst gereinigt werden. Hierfür wird ein Dekontaminationsplatz - kurz "Dekon-Platz" - aufgebaut. Dieser Platz ist in einen "Schmutzig-" und einen "Sauberbereich" unterteilt. Während im erstgenannten Abschnitt die gründliche Reinigung des CSA-Trägers erfolgt, wird er im zweitgenannten Abschnitt entkleidet. Die getragenen Anzüge werden nun in Säcken verstaut, um sie der Reinigung oder Entsorgung zuzuführen.


Die Feuerwehrleute, die für die Reinigung und Entkleidung der Chemikalien- schutzträger zuständig sind, tragen auch spezielle Schutzkleidung.

Der Aufbau eines solchen Dekon-Platzes ist im Grunde genommen sehr einfach - die benötigten Gegenstände wurden von uns selbst zusammengestellt. So zählen zur Ausstattung eine Auffangwanne in Form eines Planschbeckens, handelsübliche "Gartenduschen" aus dem Baumarkt sowie Waschbürsten. Alle hier aufgezählten Elemente sind in einem Rollwagen verstaut und werden im Einsatzfall auf dem Gerätewagen-Logistik verladen.

Noch während den Aufbauarbeiten für den Dekon-Platz muss eine Möglichkeit für die Notfall-Dekontamination bestehen. Deshalb haben wir eine "Not-Dekon-Box" eingrichtet.

In dieser Aluminiumkiste befinden sich unter anderem Messer und Schere, um einen Chemikalienschutzanzugträger so schnell wie möglich aus seinem Anzug befreien zu können. Desweiteren gehören noch Schutzhandschuhe, Desinfektionsmittel und Waschbürsten zum Inhalt.

 

Messgeräte

Die Palette der Messgeräte in der Feuerwehr Kösching ist vergleichsweise groß. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene Typen, die sich nicht nur durch ihre Bedienung unterscheiden! Während mit manchen Geräten spezielle Stoffe nachgewiesen werden können, zeigen andere wiederum einen explosionsgefährdeten Bereich an.
Momentan stehen bei unserer Wehr folgende Messuntensilien parat:

"Multiwarn 2"
Hierbei handelt es sich um ein tragbares, variables Ein- bis Fünfgasmessgerät zur Überwachung der Konzentration, abhängig von der jeweiligen Sensorenbestückung. Das Dräger Multiwarn verfügt über einen Voralarm und zwei Hauptalarme, die je nach Sensor einstellbar sind.

X-AM 2000 und X-AM 5000
Diese Messgeräte dienen zur Überwachung von Explosiongefahren und der Sauerstoff- atmosphäre.
Die zwei eingebauten Messsensoren haben zwei individuell eingestellte Alarmschwellen, die bei Erreichen optisch, akustisch und Vibrationsalarm geben. Das Grafikdisplay zeigt die momentane Exlposionsgrenze in Bezug auf die untere Explosionsgrenze an.

CMS-Messgeräte
Derzeit verfügen wir über zwei Geräte mit dem sogenannten Chip-Mess-System.
Dabei handelt es sich um sogenannte "Eingasmessgeräte" mit Datenspeicher. Mit individuell eingelegten Messchips kann eine Momentankonzentration gemessen werden - wie z.B. die Überprüfung von Grenzwerten in der Luft oder an Gefahrenstellen.

Die gemessene Konzentration wird nach Abschluss der Messung im Display angezeigt und kann im internen Datenspeicher abgespeichert werden. Durch die individuell einzulegenden Messchips kann somit ein breites Spektrum an Stoffen abgedeckt werden. Mit jedem Messchip können 10 Messungen durchgeführt werden.

Prüfröhrchen
Die Prüfröhrchen-Messtechnik ist das älteste verwendete System zum Nachweis von gefährlichen Stoffen.
In einem Prüfröhrchen befinden sich sogenannte "Reaktionssubstanzen", die auf die vorhandenen Gaskonzentrationen mit unterschiedlicher Art und Tiefe von Verfärbung reagieren. Durch die Verfärbung kann ein Messwert optisch am Prüfröhrchen abgelesen werden.
Um diese Messung durchzuführen, benötigt man Gasspürpumpen, um die zu prüfende Luft durch das Prüfröhrchen zu saugen. Mit einem Prüfröhrchen kann allerdings nur eine Messung durchgeführt werden - der ermittelte Wert muss umgehend abgelesen und per Handaufzeichnung dokumentiert werden.

EX-Warngerät
An mindestens einem Pressluftatmer eines Atemschutztrupps ist ein sogenanntes "EX-Warngerät". Betritt der Trupp einen explosionsgefährdeten Bereich, so schlägt dieses kleine Gerät sofort Alarm.
Neben diesem "Ex-Gerät" verfügen wir auch über ein Messgerät, dass ab einer gewissen Chlorgaskonzentration anschlägt.

 

Abdichtmaterialien

Treten Gefahrstoffe aus - beispielsweise aus einem Tankwagen - muss schnell gehandelt werden. Mit speziellen Gerätschaften werden die Austrittsöffnungen abgedichtet.

Die Feuerwehr Kösching verfügt hierfür über verschiedenste Geräte. Angefangen von Holzkeilen über spezielle Abdichtpasten bis hin zu sogenannten Leck-Dichtkissen und Mini-Leck-Dichtkissen.

Sollte die Gefahr bestehen, dass gefährliche Substanzen ins Abwasser gelangen können, wird ein sogenanntes "Gully-Ei" verwendet.
Dahinter verbirgt sich ein Abdichtsystem aus Gummi oder Kunststoff, welches mit Druckluft aufgeblasen wird und so das Eindringen eines Gefahrstoffs in die Kanalisation verhindert.

 

Gefahrgutpumpen


Auch für das Abbumpen von brennbaren Flüssigkeiten sowie Säuren und Laugen ist die Köschinger Feuerwehr gewappnet. So steht unter anderem eine sogenannte "Handmembranpumpe" zur Verfügung. Diese muss per Hand bedient werden, wobei pro Hub eine Flüssigkeitsmenge von 3,5 Litern gefördert werden kann.

Zusätzlich zur oben genannten Pumpe ist im Hilfeleistungslöschfahrzeug eine "Notfallkofferpumpe" verstaut. Diese erfüllt zwar den gleichen Zweck, muss aber nicht per Hand bedient werden! Hier werden Flüssigkeiten mit Hilfe von Druckluft abgesaugt.

 

Nachschlagewerke

Welche Substanz verbirgt sich hinter der Gefahrstoffnummer? Welche Eigenschaften weist sie auf und wie reagiert sie wohlmöglich mit Wasser? Nur einige Fragen, die sich der Einsatzleiter bei einem Gefahrgutunfall stellen muss. Antworten hierüber erhält er in speziellen Nachschlage- werken, welche auf mehrere Ordner verteilt sind.
Zur Ermittlung dieser Daten kann neben der Papierform an Bord des Gerätewagen-Logistik 2 auch auf eine digitale Datenbank zurückgegriffen werden. Zusätzlich findet man bei der Köschinger Wehr einen "Schnelleinsatzordner". In diesem sind die "gängigsten Stoffe" im Einsatzgebiet abgeheftet - wie beispielsweise Chlor.

 
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